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Erlebt
6.1.2026
4 min
Vereinzelt (wieder) Licht in Berlin!
Bildunterschrift: Text hier

Am vergangenen Samstagmorgen um 6:30 Uhr war plötzlich alles dunkel. In Berlin fiel der Strom aus, rund 45.000 Haushalte waren betroffen – auch unsere Nachbarschaft. Wir merkten es durch Kleinigkeiten: die elektrischen Jalousien öffneten sich nicht, die Heizung blieb kalt, kein Licht. Das Mobilfunknetz war so schwach, dass man nur an einem einzigen Punkt im Haus Empfang hatte. Die Außentemperatur betrug –5 Grad.

Als Camper und Handwerker sind wir recht gut ausgestattet. Relativ schnell konnten wir eine provisorische Versorgung für unsere Wohnung aufbauen. Unsere Gedanken waren aber bei den älteren Nachbarn. Wir haben gute Kontakte, laden uns gegenseitig ein, der Umgang ist freundlich, aber wenn es um den Glauben geht, reagieren die meisten knapp und distanziert.

„Errette, die zu Tode geschleppt werden, und die zur Schlachtbank wanken, halte zurück“

— Spr 24,11

Bloß, wie?

Jeden Morgen beten wir für sie und um Weisheit und Gelegenheit, von unserem Herrn Jesus zu erzählen.

In den Nachrichten ist inzwischen von einem größeren Schaden die Rede, von mehreren Tagen Reparaturzeit. Polizeiautos fahren durch die Straßen, informieren und geben Verhaltenstipps über Lautsprecher durch. Es kommt etwas Katastrophenstimmung auf. Wir bieten Hilfe an, können mit Powerbank und Campingkocher aushelfen.

Am Nachmittag klingelt unser direkter Nachbar bei uns. Ein freundlicher, älterer Herr – 85 Jahre alt, Professor der Kernphysik. Er fragt, ob er eine Thermoskanne mit heißem Wasser bekommen könne. Natürlich. Während meine Frau sich um das Wasser kümmert und die Handy-Aufladung organisiert, sitzt er bei uns in der Küche. Das Wasser kocht, wir füllen die Thermoskanne – aber er bleibt sitzen. Der Smalltalk zieht sich, und dann stellt er plötzlich eine Frage, die ich nicht erwartet hatte:

„Sind Sie eigentlich immer noch interessiert an wissenschaftlichen Beweisen für die Bibel?“

In diesem Moment bin ich ganz da, ich hatte nicht mehr gewagt, das Thema bei ihm anzusprechen. Ein Buch von Werner Gitt hatte er vor Jahren mit dem Kommentar zurückgegeben, dass Wissenschaft und Glauben nicht vereinbar seien. Jetzt berichte ich davon, wie archäologische Funde immer wieder Details bestätigen, die seit Jahrtausenden in der Bibel überliefert sind. Wie auch biologische Erkenntnisse die Bibel und damit die Schöpfung unseres Gottes bestätigen. Und dann erzähle ich von einem kleinen Tier, das mich besonders fasziniert: dem Mauersegler. Seine Fähigkeiten, seine Orientierung, sein Leben fast ausschließlich in der Luft – für mich ein Hinweis, ein Beweis für den Schöpfer. Ich hole „Federführer“ – ein Buch eines gläubigen Biologen, schlage das entsprechende Kapitel auf und lege ein Lesezeichen hinein. Er nimmt das Buch dankbar an, betont aber noch einmal, dass er Agnostiker sei.

Wir verabschieden uns. Er geht mit seiner Thermoskanne, seinem geladenen Handy – und dem Buch.

Als sich die Tür schließt, stehen wir still da. Dankbar. Ein Stromausfall hat eine Tür geöffnet, die jahrelang verschlossen schien. Vielleicht war es nur ein kleines Gespräch. Vielleicht nur ein Buch. Aber wir wissen, dass Gott genau solche Momente nutzt, um einen Gedanken an die Ewigkeit zu säen – dort, wo wir es am wenigsten erwarten.

„Ich will mit deinem Mund sein und dich lehren, was du reden sollst.“

— 2. Mose 4,12
Thomas Windmüller
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