Wir hören viel: Podcasts, Predigten, geistliche Inputs auf Instagram. Und doch bleibt erstaunlich wenig hängen. Frustriert dich das auch oft?
Jesus rüttelt uns deshalb mit einem kurzen, aber prägnanten Satz auf:
„Seht nun zu, wie ihr hört!“
— Lk 8,18
In Lukas 8,1–21 zieht sich ein roter Faden durch alle Abschnitte: Gottes Wort hören – und tun. Das Gleichnis vom Sämann, die Lampe auf dem Leuchter und Jesu Satz über seine „Mutter und Brüder“ zeigen: Entscheidend ist nicht nur, dass wir hören, sondern wie wir hören.
Vier klassische Zuhörer-Fallen
Vielleicht kennst du diese Momente:
- Vorurteil: „Der predigt immer so leise…“, „ständig überzieht er…“ – innerlich schaltest du ab. Der Same fällt auf harten Boden.
- Stolperstein: Ein Satz stört dich, deine Gedanken kreisen nur noch darum – und du verpasst den Rest.
- Unklarer Transfer: Gute Predigt, aber dir fehlt die Übertragung in den Alltag.
- Kurzzeit-Effekt: Tief berührt – und beim Mittagessen ist schon wieder alles vergessen.
Fazit: Das Problem liegt selten beim „Sämann“. Jesus macht klar: Der Boden entscheidet – unser Herz, unsere Haltung, unser Zuhören.
Ein „redliches und gutes Herz“
Jesus beschreibt die „gute Erde“ so:
Das in der guten Erde aber sind die, welche in einem redlichen und guten Herzen das Wort, nachdem sie es gehört haben, bewahren und Frucht bringen mit Ausharren.
— Lk 8,15
Gutes Zuhören beginnt also nicht mit der richtigen Mitschreibe-Technik, sondern mit einem redlichen und guten Herzen: Darf Gott in mein Leben hineinsprechen? Vertraue ich, dass er mich durch sein Wort verändert? „Heilige sie durch die Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit“ (Joh 17,17). Wer so hört, rechnet damit, zu lernen, zu wachsen, Christus ähnlicher zu werden.
Ja, Prediger sind unterschiedlich. Aber Lernen lässt sich nicht verhindern 😉. Die Bibel sagt, dass sogar Ameisen, Kühe oder ein Feigenbaum uns geistliche Lektionen beibringen können (Spr 6,6; Hi 12,7; Mt 24,32). Selbst bei problematischen Lehrern gilt: „Was sie euch sagen, das tut und haltet; aber handelt nicht nach ihren Werken“ (Mt 23,3). Das entschuldigt keine schlechte Predigt – appelliert aber an unsere Verantwortung als Hörer.
Weise Zuhörer sind „folgsam“ – aber prüfen
Jakobus beschreibt die Weisheit als „folgsam“ (zugänglich, lernbereit; Jak 3,17). Das heißt: Ich komme nicht mit der Haltung „Das kenne ich alles schon“, sondern mit offenem, prüfendem Herzen. „Prüft aber alles, das Gute haltet fest!“ (1Thess 5,21). Wo eine Lehre jedoch wirklich schädlich ist, fordert die Bibel klare Abgrenzung (z. B. Tit 3,10). Reif werden heißt: meine eigene Haltung prüfen (Lk 8,18), die Botschaft prüfen (1Thess 5,21) – und dann tun (Lk 8,21; Jak 1,22).
Wie sieht das konkret aus?
- Vor der Predigt: Bete: „Herr, rede zu mir. Bewahre mich vor Ablenkung und Voreingenommenheit.
Haltung checken: Komme ich als Lernender mit der Erwartung, verändert zu werden? - Während der Predigt: Notiere einen Kernsatz, den du mitnimmst.
Formuliere aus diesem Kernsatz eine konkrete Anwendung für deine Woche. - Nach der Predigt: Bleib dran! Tausch dich mit anderen über das Thema aus und frage, was ihnen wichtig geworden ist.
Wenn es keine konkrete praktische Anwendung gibt, dann bete Gott an für die geistlichen Wahrheiten, die gelernt hast oder an die du durch die Predigt erinnert wurdest.
Jesus macht eine starke Zusage – und eine ernste Warnung: „Wer hat, dem wird gegeben; wer nicht hat, von dem wird selbst das genommen, was er zu haben meint“ (Lk 8,18). Übertragen auf das Hören: Wer mit hörendem, lernwilligem Herzen kommt, bekommt noch mehr Einsicht. Wer innerlich blockiert („Du hast mir nichts zu sagen“), verliert sogar das, was er meinte, verstanden zu haben.
Dein Next Step für diese Woche
- Lerne Lk 8,18 auswendig.
- Starte eine Mikro-Gewohnheit: Ein Satz – eine Tat. Nach jeder Predigt ein Kernsatz, eine konkrete Umsetzung.
- Prüfe am Samstagabend: Habe ich diese Woche zugehört und in die Tat umgesetzt? (Lk 8,21)
Wenn wir in der beschriebenen Haltung hören, wird Gottes Wort nicht an uns abperlen. Es verändert uns – langsam, beständig, mit Ausharren – und bringt Frucht. Genau das verspricht uns der Herr.





